Gott mit dem Herzen erfahren
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Gott kann kein Mensch mit dem Verstand begreifen. Aber jeder Mensch kann ihn mit einem liebenden und vertrauenden Herzen erfahren.

Text: Matthäusevangelium 11, 25-26 - Übersetzung: Elberfelder Bibel

25 Zu jener Zeit begann Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast. 26 Ja, Vater, denn so war es wohlgefällig vor dir.

Gottes Wort ist für uns Licht in unserem Herz

Gott kann niemand mit dem Verstand begreifen. Kein Gedanke ist groß genug, ihn zu umfassen. Keine Definition kann ihn festhalten. Kein theologisches System, so wertvoll es auch sein mag, kann das Geheimnis Gottes erklären. Wer meint, Gott begriffen zu haben, hat meist nur sein eigenes Gottesbild begriffen.

Der Verstand ist eine kostbare Gabe Gottes. Er fragt, untersucht, vergleicht und ordnet. Er hilft uns, Irrtümer zu erkennen und unseren Glauben verantwortet zu leben. Doch der Verstand stößt an Grenzen: Er kann Gott nicht erfassen. Er kann über Gott sprechen, aber Gott nicht erfahren.

Anders das Herz. In der biblischen Sprache ist das Herz nicht bloß der Sitz der Gefühle. Es ist die Mitte des Menschen, der Ort des Vertrauens, der Liebe und der Hingabe. Ein vertrauendes und liebendes Herz öffnet sich dem Geheimnis Gottes.

Gott nicht ein Gegenstand des Wissens, sondern eine Wirklichkeit der Beziehung. So wie man Liebe nicht durch Formeln beweisen kann, sondern nur erfährt, so lässt sich auch Gott nicht beweisen, sondern erfahren. Wer liebt, erkennt tiefer als der, der nur analysiert und logisch denkt. Wer vertraut, sieht weiter als der, der nur berechnet und erforscht.

Der Verstand sammelt Wissen. Das Herz empfängt Weisheit. Wissen beantwortet viele Fragen. Weisheit hilft, mit den unbeantworteten Fragen zu leben. Wissen kann vieles erklären. Weisheit fragt nach dem Warum und erkennt den Sinn.

Jesus betete mit diesen Worten: 'Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast.' Nicht weil Gott gegen den Verstand wäre, sondern weil ein Herz, das liebt und vertraut, weiter sieht als ein Verstand, der alles begreifen möchte.

Wo Liebe wächst, wächst die Erfahrung der Gottesnähe. Wo Vertrauen auf Gott reift, öffnet sich der Himmel. Dort beginnt jene Weisheit, die nicht aus Büchern stammt, sondern aus der Begegnung und der Beziehung mit Gott.

Der Verstand ist ein gutes Werkzeug. Das Herz aber ist der Ort, an dem Gott Wohnung nimmt.

Texterläuterung Matthäus 11, 25-30

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