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In einer Welt voller Titel, Rollen und Hierarchien
erinnert uns dieses Wort Jesu an das Wesentliche:
Nicht Ansehen, nicht Macht, nicht menschliche Autorität
sollen unser Herz lenken -
sondern die stille, klare Stimme dessen,
der unser Ursprung und Ziel ist.
Gott allein ist der Vater,
der uns Leben schenkt,
uns liebt ohne Bedingungen,
uns trägt durch alle Zeiten hindurch.
Christus allein ist der Lehrer,
der nicht mit Macht befiehlt,
sondern durch sein Leben lehrt,
durch sein Dienen überzeugt,
durch seine Liebe verwandelt.
Und wir?
Wir sind Geschwister -
nicht über- oder untereinander,
sondern miteinander:
Weggefährten in einer Gemeinschaft der Demut,
getragen von einem Vertrauen,
das nicht auf Menschen, sondern auf Gott blickt.
So kehrt unser Herz immer neu zurück
zu dem Einen, der uns kennt, der uns ruft,
und in dessen Licht wir unsere wahre Würde finden.
Nicht in Titeln - sondern im Dienen.
Nicht im Hervorgehobenwerden - sondern im Sein.
Nicht im Lehren - sondern im Hören auf Christus.
DER Vater - DER Lehrer
Text: Matthäusevangelium 23, 8b-11 - Übersetzung: Hoffnung für alle
8b Nur Gott ist euer Meister, ihr seid untereinander alle Geschwister. 9 Ihr sollt auch niemandem auf der Erde den Ehrentitel "Vater" geben, denn nur einer ist euer Vater: Gott im Himmel. 10 Ihr sollt euch auch nicht Lehrer nennen lassen, weil ihr nur einen Lehrer habt: Christus. 11 Wer unter euch groß sein will, der soll allen anderen dienen.
Gottes Wort ist unseres Fußes Leuchte und Licht auf unserem Weg
Jesus befreit uns zur Freiheit der Kinder Gottes. Er legt uns keine religiösen, ethischen und moralischen Lasten auf. Keine Gesetze und Vorschriften, keine hunderte Gebote und Verbote, kein bedrängendes, bedrückendes und beklemmendes „du sollst” und „du musst” und „du darfst nicht”. Jesus lässt uns die Maßstäbe des Reiches Gottes lernen. Dieses Lernen geht nicht von einem Tag auf den anderen. Das braucht Zeit, viel Zeit. Er schenkt uns die Zeit und auch die Geduld, wenn wir auf dem Weg des Lernens Fehler und Irrtümer begehen und manches heute noch nicht können. Er setzt uns nicht unter Druck. Jesus schenkt uns Leitlinien, gibt uns Orientierung und zeigt uns Wege, die uns zum Ziel führen, zu dem großen Ziel, nach dem wir uns am allermeisten sehnen: zu voller Freude und Glückseligkeit.
Jesus stellt sich und sein Leben, sein Reden und Tun nicht zur Schau vor den Menschen, er spielt sich nicht groß auf als Herrenmensch, er prahlt nicht mit seinem Wissen und seiner Weisheit und setzt sich nicht auf den Ehrenplatz. Ganz im Gegenteil: Jesus macht sich klein und erniedrigt sich. Er lässt sich nicht bedienen, hofieren und umschmeicheln, sondern er ist bei uns, um uns zu dienen und sich für uns hinzugeben bis zum Äußersten.
Sich hervortun, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, ins Rampenlicht der Öffentlichkeit treten, von sich reden machen, sich feiern, umjubeln und beklatschen lassen, die ersten Plätze für sich beanspruchen, auf einem Ehrenplatz sitzen, sich besonders begrüßen lassen, nach Titeln heischen - das alles zählt im Reich Gottes nicht.
Im Reich Gottes gibt es nur einen Vater: den himmlischen. Er ist nicht der höchste Herrschende und Macht und Gewalt Ausübende, der uns strengen Gehorsam und eiserne Disziplin abverlangt, sondern der größte Liebende und Dienende. Der Abba-Gott Jesu macht sich klein und ist der erste Diener aller seiner Geschöpfe. Seine Autorität besteht im Sich hingeben und Dasein für seine Schöpfung. Er ist auch der erste Lehrer, nicht nach dem Rang, sondern nach seiner Weisheit, seiner Güte, Herzenswärme, Geduld und Menschenfreundlichkeit. Er weiß als einziger, was wirklich wichtig, wahr und gut ist. Das alles offenbart er uns durch Jesus von Nazareth.
Gott ist der eine Vater und alle seine Geschöpfe sind Geschwister der einen Gottesfamilie.