Die Kraft des Gottvertrauens
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Die Kraft des Gottvertrauens

Text: Matthäusevangelium 14, 22-23 und 25 - Übersetzung: Das Buch

22 Und gleich nötigte er die Jünger, ins Boot zu steigen und ihm vorauszufahren - zur Jenseite, dass er inzwischen die Scharen entlasse. 23 Und nachdem er die Scharen entlassen, stieg er auf den Berg, mit sich allein, um zu beten. Spät aber war es geworden, und allein war er dort. 25 Zur vierten Nachtwache aber ist er zu ihnen gekommen, einherwandelnd über das 'Meer'.

Gottes Wort ist Hoffnungsbotschaft für uns

Nach der Teilung des Brotes sandte Jesus seine Jünger voraus. Sie sollten mit dem Boot auf die andere Seite des Sees fahren, während er selbst zurückblieb. Dies tat er nicht, um Ruhe vor ihnen zu haben, sondern weil er nun Zeit mit seinem Abba benötigte.

Er stieg auf einen Berg. Für die Menschen der Bibel ist ein Berg weit mehr als eine bloße Anhöhe; er symbolisiert Nähe zu Gott. Oben auf dem Berg scheint der Himmel näher zu sein, das Herz wird still, und Menschen vermögen dort Dinge zu "hören", die im Lärm des Alltags verborgen bleiben.

Jesu Kraft resultiert nicht aus einem eisernen Willen, sondern aus seiner Beziehung zu seinem Abba. Immer wieder sucht er diese Nähe und kehrt zu diesem Gespräch zurück. Dies geschieht nicht, weil sein Vertrauen schwach wäre, sondern weil Vertrauen gepflegt werden muss - wie eine Freundschaft, wie eine Liebe. Wer liebt, sucht die Nähe des Geliebten. So tut es Jesus. Allein auf dem Berg erlebt er eine einmalige Vertrautheit zu seinem Abba. Kein anderer Mensch lebt in solcher Nähe zu Gott. Sein ganzes Leben wurzelt in diesem Vertrauen.

Währenddessen kommen seine Jünger im Boot auf dem See aufgrund heftigen Gegenwindes kaum voran. Für die Menschen jener Zeit war das Meer mehr als nur Wasser; es galt als Ort chaotischer Mächte, als Aufenthaltsort von Dämonen und als Symbol für alles, was den Menschen bedroht und zu verschlingen droht. Das aufgewühlte Meer stand für die dunklen Kräfte des Lebens: Angst, Leid, Krankheit und Gewalt.

Mitten in diese Nacht hinein tritt Jesus. Er geht über das Wasser. Die Evangelien berichten dies als eine Botschaft: Jesus geht über das Wasser; die dunklen Mächte vermögen ihn nicht zu beherrschen. Die Wellen können ihn nicht verschlingen, die Tiefe nicht festhalten, die Mächte der Angst ihm nichts anhaben.

Warum? Weil er sich ganz in den Händen seines Abba weiß. Tiefgründig vertraut er darauf, dass Gott ihn hält und trägt. Er ist überzeugt, niemals aus Gottes Hand zu fallen. Dieses Vertrauen stützt ihn, wenn Menschen ihn ablehnen, wenn er den Weg nach Jerusalem geht oder wenn Freunde ihn verlassen. Sein Urvertrauen zu seinem Abba wird ihn bis zum Kreuz tragen, und selbst dort, im Leiden und Sterben, wird sein Vertrauen nicht zerbrechen. Auch im Sterben bleibt er seinem Abba innig zugewandt, da Jesus weiß: Es gibt keine Tiefe, in die Gottes Liebe nicht hinabreicht, keine Finsternis, in der Gottes Licht nicht gegenwärtig wäre.

Jesus beschreitet den Weg des Vertrauens - das Vertrauen darauf, getragen zu werden, auch wenn wir den Grund nicht erkennen, und darauf, niemals tiefer zu fallen als in die Hände Gottes.