Heimgetragen in die Himmelsherrlichkeit
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Heimgetragen in die Himmelsherrlichkeit - Bildmeditation

Das Bild erzählt vom Abschied
und zugleich vom Ankommen.

Maria liegt auf ihrem Sterbebett.
Menschen stehen um sie herum,
sie trauern, halten ihre Hand,
neigen sich zu ihr, bleiben bei ihr.
Niemand kann sie festhalten,
niemand kann ihr den letzten Weg abnehmen.

Und doch ist sie nicht allein.
Über ihrem Bett öffnet sich
eine andere Wirklichkeit.
Was unsere Augen nicht sehen können,
macht das Bild sichtbar:
Der Himmel ist offen.

Christus steht hinter ihrem Bett,
nicht als Richter,
nicht als jemand,
vor dem sie sich fürchten müsste.
Er kommt, um sie zu empfangen.
In seinen Armen hält er eine kleine,
weiß gekleidete Gestalt.
Sie stellt Marias Seele dar.
Nun geschieht etwas Wunderbares:
Maria, die einst das Jesuskind
in ihren Armen getragen hat,
wird jetzt selbst von Christus getragen.

Einst hielt sie ihn,
jetzt hält er sie.
Was für ein zärtliches Bild vom Sterben!

Das Sterben erscheint hier nicht
als Sturz ins Nichts,
sondern als ein Sich-fallen-Lassen
in die Arme Gottes.
Der Mensch muss nichts leisten,
nichts beweisen, nichts festhalten.
Er darf sich tragen lassen.

Über Christus
erscheint Maria noch einmal -
bereits in der himmlischen Wirklichkeit.
Engel neigen sich ihr zu.
Das Gold des Hintergrundes lässt erahnen:
Hinter der sichtbaren Welt
wartet nicht Dunkelheit, sondern Licht.

Darin liegt die tiefste Botschaft
dieses alten Bildes:
Wir sterben nicht
aus Gottes Händen heraus,
wir sterben in Gottes Hände hinein.

Alles, was wir auf Erden
loslassen müssen - unseren Körper,
unsere vertraute Umgebung,
die Menschen, die wir lieben,
schließlich unser eigenes Leben -,
fällt nicht ins Bodenlose.
Gott fängt uns auf.

Das dürfen wir
für unseren eigenen letzten Weg hoffen:
Wenn meine Hände
nichts mehr festhalten können,
hält Gott mich.
Wenn meine Augen diese Welt
nicht mehr sehen,
öffnet sich ein anderes Sehen.
Wenn die Menschen, die mich lieben,
mich loslassen müssen,
lässt Gott mich nicht los.
Und wenn ich meinen letzten Atemzug
getan habe,
wartet nicht die Fremde auf mich,
sondern jener,
aus dessen Liebe ich gekommen bin.

Dann kann Sterben bedeuten:
Heimkehren in die Arme dessen,
der mich mein ganzes Leben getragen hat,
auch wenn ich es nicht gespürt habe.

Du kannst nicht tiefer fallen
als in Gottes Hände.