IN GOTT

Text: Johannesevangelium 16, 25–33 - Übersetzung: Hoffnung für alle

25 'Bisher habe ich das, was ich euch sagen wollte, anhand von Beispielen erklärt. Aber schon bald wird das nicht mehr nötig sein. Dann werde ich euch ohne Bilder und Umschreibungen zeigen, wer der Vater ist. 26 Von diesem Tag an werdet ihr euch auf mich berufen, wenn ihr zu ihm betet. Damit meine ich nicht, dass ich den Vater bitten muss, euer Gebet zu erhören. 27 Denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich liebt und daran glaubt, dass ich von Gott gekommen bin. 28 Ja, ich war beim Vater und bin in die Welt gekommen, und jetzt verlasse ich sie wieder, um zum Vater zurückzukehren.' 29 Seine Jünger erwiderten: 'Jetzt redest du klar und deutlich zu uns, ohne Gleichnisse und Bilder. 30 Nun haben wir erkannt, dass du alles weißt. Du kennst unsere Fragen, noch ehe wir sie dir gestellt haben. Darum glauben wir dir, dass du von Gott gekommen bist.' 31 'Jetzt glaubt ihr? Tatsächlich?', fragte Jesus. 32 'Ihr sollt nämlich wissen: Die Zeit wird kommen - ja, sie ist schon da -, in der man euch auseinandertreibt. Ihr werdet euch alle in Sicherheit bringen und mich alleinlassen. Aber auch dann werde ich nicht allein sein, denn der Vater ist bei mir. 33 Dies alles habe ich euch gesagt, damit ihr durch mich Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt, aber lasst euch nicht entmutigen: Ich habe diese Welt besiegt.'

Gottes Wort ist für uns wie ein Fels über Abgründen

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'Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist?' (Johannes 14, 10a) 'Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist!' (Johannes 14, 11a) Diese Worte lässt der Verfasser des vierten Evangeliums Jesus zu Philippus uns zu allen seinen SchülerInnen sagen.

Und Jesus sagt: 'Ich war beim Vater und bin in die Welt gekommen, und jetzt verlasse ich sie wieder, um zum Vater zurückzukehren.' Das bedeutet nicht, dass Jesus von seinem mütterlich und väterlich ewig liebenden Abba-Gott fortgegangen wäre, sich von ihm getrennt hätte und nach seiner Lebenszeit wieder zu ihm zurückkehren würde. Er meint damit: Geboren bin ich in meinem Abba, meinen Lebensweg gehe ich in meinem Abba, sterben werde ich in meinem Abba, sein werde ich in meinem Abba in der Ewigkeit.

Diese Frohe Botschaft sagt uns: Vertraut doch, dass auch ihr im Vater seid und dass der Vater auch in euch ist. Die Arche Noah ist ein Bild für das Haus des Vaters, für das Haus der Liebe Gottes, in dem alle Geschöpfe Schutz, Sicherheit, Geborgenheit und Beheimatung finden. Im Haus der Liebe Gottes sind wir geboren. Im Haus der Liebe Gottes leben wir. Im Haus der Liebe Gottes sterben wir. Im Haus der Liebe Gottes sind wir in der Ewigkeit.

Die Jesusworte geben Antwort auf die drei großen Fragen, die alle Menschen ihr Leben lang begleiten: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Was ist der Sinn meines Lebens? Ich bin nicht die späte Folge des Urknalls, nicht das Produkt eines blinden Schicksals, keine Laune der Natur, kein zufälliges Zusammenkommen von zwei x-beliebigen Keimzellen, sondern: ich bin das gewollte und geliebte Kind des mütterlich und väterlich ewig liebenden Gottes. Mein ganzes Leben lebe ich IN IHM und mein Sterben geschieht IN IHM. Und am Ende meines Lebens falle ich nicht ins Aus und ins Nichts, sondern der mütterlich und väterlich ewig Liebende trägt mich aus meinem Erdendasein in seine Himmelsherrlichkeit. Und der Sinn meines Lebens besteht darin, zu lernen: Urvertrauen (wieder) zu lernen auf den Abba-Gott Jesu, der auch mein Abba-Gott ist, und seine Wertmaßstäbe zu lernen, die da sind: Liebe, Güte, Menschenfreundlichkeit, Menschlichkeit, Wertschätzung, Barmherzigkeit, Vergebung, Einfühlen, Verstehen, Sanftmut, Gewaltfreiheit und Frieden.

'Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, mein Gott', schrieb der weise Augustinus von Hippo vor vielen hundert Jahren. Dieses Zur-Ruhe-Kommen des menschlichen Herzens wurde und wird meist auf das Sein in der Ewigkeit gedeutet. Ich glaube, dieses innere Ruhe-Finden erfahre ich Hier und Jetzt, wenn ich vertrauen lerne, dass ich mein ganzes Leben lang in der Arche Gottes wohne, im Haus der ewigen Geborgenheit, des ewigen Schalom und der ewigen Liebe Gottes.

Aus einem Text von Theo Schmidkonz SJ

Noach geht nicht in der Flut unter.
Er weiß sich getragen von Gott.
Auf sein Wort baut er die Arche.
Auf Gottes Wort baut er sein Leben.
Zwar schwankt seine Arche im Sturm,
bis sie 'ruht' auf felsigem Gebirge.
Am Ende der Bergpredigt sagt Jesus:
Wer meine Worte hört und danach lebt,
hat sein Haus auf Fels gebaut.
Auch wenn Wassermassen heranfluten,
das Haus hält stand (Mt 7,24-27).
Noach wagt sich weit aus dem Fenster,
wie immer bereit, zu empfangen.
Gott schenkt ihm seinen Bund:
Versöhnung und Heil für alle.
Dafür ist der Regenbogen Zeichen, so wie
die Taube mit dem Ölzweig des Friedens.
Der Glanz dieses ewigen Bundes
färbt im Bild buchstäblich ab:
Noach strahlt im Licht Seiner Gnade.
Er darf seinem Gott restlos vertrauen.
Der Friede beginnt neu.

Gütiger Gott,
vieles überflutet uns,
manches ist schon versunken.
Lass uns nicht selber versinken
in Gleichgültigkeit und in Angst.
Du gibst uns niemals auf.
Du schenkst uns dein Wort,
deinen Bund, deinen Frieden.
Auf dich dürfen wir bauen
wie auf einen Fels.
Du, unser Grund über Abgründen.
Deine Treue trägt uns
durch alle Fluten hindurch.
Gott, dein Friede leuchtet über uns.
Lass auch uns Boten deines Friedens sein.