Jeder Ort ist Gnadenort

Text: Joahnnesevangelium 5, 1–18 - Übersetzung: Luther Bibel 2017

1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. 2 Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen; 3 in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, 4 Ausgezehrte. 5 Es war aber dort ein Mensch, der war seit achtunddreißig Jahren krank. 6 Als Jesus ihn liegen sah und vernahm, dass er schon so lange krank war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. 8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! 9 Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber Sabbat an diesem Tag. 10 Da sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: Heute ist Sabbat, es ist dir nicht erlaubt, dein Bett zu tragen. 11 Er aber antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin! 12 Sie fragten ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin? 13 Der aber geheilt worden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war fortgegangen, da so viel Volk an dem Ort war. 14 Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre. 15 Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. 16 Darum verfolgten die Juden Jesus, weil er dies am Sabbat getan hatte. 17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirkt bis auf diesen Tag, und ich wirke auch. 18 Darum trachteten die Juden noch mehr danach, ihn zu töten, weil er nicht allein den Sabbat brach, sondern auch sagte, Gott sei sein Vater, und machte sich selbst Gott gleich.

Gottes Wort ist uns Orientierung

Zahlen spielen in der Bibel eine besondere Rolle. Besonders das Johannesevangelium enthält eine Menge symbolischer Zahlen. Im obigen Text kommt die Zahl '38' vor. Die 'Drei' ist die Symbolzahl für den dreieinen Gott, in dem unendliche Liebe strömt und aus dem ständig grenzenlose Liebe allen Geschöpfen zuströmt. Die 'Acht' ist die Zahl der Auferstehung, des Neuanfangs, der Erlösung, der Neugeburt, der Neuschöpfung. Jesus ist am Tag nach dem Sabbat, dem siebenten Tag, also am 'achten Tag' (= am ersten Tag der neuen Woche) auferstanden.

Die Zahl '38' bedeutet somit die aus dem mütterlich und väterlich ewig Liebenden strömende unverdiente, bedingungslose positive Zuwendung, Güte, Barmherzigkeit, Vergebung, Sanftmut Gottes und sein unermesslicher Schalom. Wer diese Gottesgeschenke in sein Herz aufnimmt, erfährt sich wie neugeboren.

Betesda ist ein aramäisches Wort בת חסדא (= Bet Chesda) und heißt übersetzt 'Haus der Gnade', 'Haus der Barmherzigkeit'.

'Dort sind fünf Hallen'. 'Fünf' ist Symbolzahl und steht für die Gnade Gottes. Das Wort 'Gnade' heißt im Lateinischen 'gratia'. Davon kommt unser Wort 'gratis'. Es bedeutet geschenkt, ohne Entgelt, ohne Gegenleistung, zum Nulltarif. 'Fünf' steht auch für Ganzheit und Fülle, für einen Zustand, dem nichts fehlt, für unversehrt, heil, erfüllt, genug, für alles ist gut.

Betesda mit seinen 'fünf Hallen' ist nicht nur in Jerusalem, sondern an allen Orten und Plätzen der Welt. Jeder Ort ist Haus der Gnade Gottes und jeder Ort ist Haus der Barmherzigkeit Gottes. Wer sich diese Wahrheit bewusst macht und sie annimmt, erfährt, dass er, wo immer er ist, immer im ewigen Haus der Gnade wohnt. Das ewige Haus der Gnade ist CHRISTUS. Wer auf die Gewissheit, dass er IN CHRISTUS ist, vertraut, erfährt sein Leben wie neu.

Die Erfahrung der Auferstehung mitten im Leben, die Erfahrung des Neuanfangs, der Erlösung, der Neuschöpfung und der Ganzheit wurde dem Kranken am Teich Betesda zuteil, als er CHRISTUS sein Herz öffnete, sowie unzähligen Menschen vor ihm und nach ihm, die IN CHRISTUS lebten und leben.

Nocheinmal: Weil Gottes unbedingte Liebe überall und immer strömt, ist jeder Ort Gnadenort und jede Zeit Gnadenzeit.