Weder Fisch noch Fleisch

Text: Johannesevangelium 15, 18–27 - Übersetzung: Hoffnung für alle

18 'Wenn die Menschen euch hassen, dann vergesst nicht, dass man mich schon vor euch gehasst hat. 19 Diese Welt würde euch lieben, wenn ihr zu ihr gehören würdet. Doch ihr gehört nicht mehr dazu. Ich selbst habe euch erwählt und aus der Welt herausgerufen. Darum hasst sie euch. 20 Erinnert euch daran, dass ich gesagt habe: 'Ein Diener steht niemals höher als sein Herr!' Deshalb werden sie euch verfolgen, wie sie mich verfolgt haben. Und wenn sie auf meine Worte gehört haben, werden sie auch auf eure hören. 21 Das alles wird mit euch geschehen, weil ihr euch zu mir bekennt; denn die Welt kennt Gott nicht, der mich gesandt hat. 22 Wäre ich nicht in diese Welt gekommen und hätte die Menschen gelehrt, wären sie nicht schuldig. Aber jetzt gibt es keine Entschuldigung mehr dafür, dass sie Gott den Rücken kehren. 23 Denn wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. 24 Wenn ich nicht vor ihren Augen Wunder vollbracht hätte, die kein anderer je getan hat, wären sie ohne Schuld. Aber nun haben sie alles miterlebt, und trotzdem hassen sie mich und auch meinen Vater. 25 Dies geschieht, damit in Erfüllung geht, was in ihrem Gesetz steht: 'Sie hassen mich ohne jeden Grund!' 26 Wenn ich beim Vater bin, will ich euch den Helfer senden, von dem ich gesprochen habe, den Geist der Wahrheit. Er wird vom Vater kommen und bezeugen, wer ich bin. 27 Und auch ihr werdet meine Zeugen sein, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen.'

Text: Offenbarung des Johannes 3, 14–22 - Übersetzung: Hoffnung für alle

14 'An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt dir der eine (= Christus), der die Erfüllung aller Zusagen Gottes ist, sein treuer und wahrhaftiger Zeuge. Er ist der Ursprung von allem, was Gott geschaffen hat. 15 Ich kenne dich genau und weiß alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du doch das eine oder das andere! 16 Aber du bist lau, und deshalb werde ich dich ausspucken. 17 Du bildest dir ein: 'Ich bin reich und habe alles, was ich brauche. Mir fehlt es an nichts!' Da machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist: arm, blind und nackt. 18 Darum solltest du dich endlich um den wahren Reichtum bemühen, um das reine Gold, das im Feuer geläutert wurde. Nur dieses Gold macht dich reich, und nur von mir kannst du es bekommen. Lass dir auch die weißen Kleider von mir geben, damit du nicht länger nackt dastehst und dich schämen musst. Kauf dir Augensalbe, die deine blinden Augen heilt. 19 Bei allen, die ich liebe, decke ich die Schuld auf und erziehe sie mit Strenge. Nimm dir das zu Herzen und kehr um zu Gott! 20 Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm haben. 21 Wer durchhält und den Sieg erringt, wird mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich mich als Sieger auf den Thron meines Vaters gesetzt habe. 22 Wer Ohren hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt.'

Christus spricht

An euch alle, die ihr euch ChristInnen nennt!

Wenn ihr euch in allem der Welt, die Gott nicht kennt, sich um ihn nicht kümmert und der Gott gleichgültig ist, anpasst, wenn ihr ihre Werte und Maßstäbe übernehmt, dem Geld, den materiellen Gütern, dem Erfolg und dem Gewinn, der Macht und dem Ruhm nachjagt, wenn ihr den Weltmenschen nach dem Mund redet und ihnen sagt, was ihren Ohren schmeichelt, und wenn ihr euren Mantel nach dem Wind hängt, dann werdet ihr euch beliebt machen. Die Welt wird euch mögen. Dann kommt ihr gut an und werdet immer obenauf sein. Aber: Dann ist für euch der Name Christin und Christ nicht zutreffend. Ein solches Christsein dient niemandem, weder euch selbst noch irgendwem. Dann geht es euch wie dem Salz, das unbrauchbar ist, ihr werdet verworfen.

An euch alle, die ihr euch ChristInnen nennt!

Wenn ihr nur so tut, euch selbst vormacht und anderen vorgebt christlich zu sein, wenn ihr nur am Rand so ein bisschen Christin und Christ seid, wenn ihr weder heiß noch kalt, sondern lau, weder Fisch noch Fleisch seid, wenn ihr nicht bereit seid, Christsein in eurem Alltag leben zu lernen, dann lasst es lieber! Denn so ein 'Christsein' ist in Wahrheit kein Christsein und entspricht Christus nicht.

An euch alle, die ihr euch ChristInnen nennt!

Wenn ihr wahrhaft lernt, Christus nachzufolgen, wenn ihr lernt, Gottes Werte und Maßstäbe zu leben: Liebe, Güte, Menschlichkeit, Barmherzigkeit, Vergebung, Einfühlen, Verstehen, Sanftmut, Gewaltfreiheit, Frieden, und wenn ihr euch dafür einsetzt, werdet ihr der Welt nicht gefallen. Ihr werdet mit der Welt übers Kreuz kommen. Die Welt wird euch für Spinner und Narren halten. Hinter eurem Rücken werden Menschen über euch lachen und euch geringachten. Dann müsst ihr damit rechnen, dass ihr abgelehnt, benachteiligt, womöglich angefeindet werdet. Aber: Dann ist euer Christsein wahr und wird zum Segen für euch selbst und für viele andere.