Heilung von Blindheit und Stummheit
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Ich war blind und stumm.
Ich sah nicht mehr -
das Gute, das Schöne, das Wesentliche.
Und ich sprach nicht mehr -
von Hoffnung, von Liebe, vom Leben.
Doch Du kamst.
Berührtest meine Augen.
Berührtest meinen Mund.
Berührtest mein Herz.
Und ich begann zu sehen.
Und ich begann zu sprechen -
von Dir.

Heilung von Blindheit und Stummheit

Text: Matthäusevangelium 12, 22–37 - Einheitsübersetzung neu

Dann brachte man zu ihm einen Besessenen, der blind und stumm war. Er heilte ihn, sodass der Stumme wieder reden und sehen konnte. Die Menge war fassungslos und sagte: Ist dieser nicht der Sohn Davids? Als die Pharisäer das hörten, sagten sie: Nur mit Hilfe von Beelzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. Doch Jesus wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden und eine Stadt und eine Familie, die in sich gespalten ist, wird keinen Bestand haben. Wenn also der Satan den Satan austreibt, dann ist Satan in sich selbst gespalten. Wie kann sein Reich dann Bestand haben? Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Deswegen werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber im Geist Gottes die Dämonen austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen. Wie kann einer in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus plündern. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden. Auch wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber etwas gegen den Heiligen Geist sagt, dem wird nicht vergeben, weder in dieser noch in der zukünftigen Welt. Entweder: Der Baum ist gut - dann sind auch seine Früchte gut. Oder: Der Baum ist schlecht - dann sind auch seine Früchte schlecht. An der Frucht also erkennt man den Baum. Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid? Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht der Mund. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. Ich sage euch aber: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen; denn aufgrund deiner Worte wirst du freigesprochen und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.

Worte des Lebens für uns

Durch Jesus, nicht aus eigener Kraft, nicht aus eigenem Willen wird der Mensch, der zu ihm geführt wird, sehend und sprachfähig. Jesus öffnet seine Augen und seinen Mund, damit er lernt, Jesus als den Messias zu sehen und anzubeten - als den, dessen Macht einzig von Liebe durchdrungen ist und der mit der Kraft der göttlichen Liebe heilt. Damals nannten die Menschen in Israel den Messias Sohn Davids, weil sie glaubten, er werde ein Nachkomme König Davids sein und Israel zu einer großen, friedlichen und gerechten Herrschaft wiederaufbauen.

Die "Gegner" Jesu vor zweitausend Jahren sind noch blind. Sie erkennen Jesus nicht, wer er in Wahrheit ist: als den Messias der Liebe. Für sie ist er ein Gotteslästerer, ein Gesetzesbrecher, ja der Teufel. Ihre Blindheit und Sprachlosigkeit bedürfen noch der Heilung, denn sie beten Jesus nicht als den wahren Messias an. Ihr Gottesbild ist unmenschlich, dämonisiert, angstbesetzt und schrecklich.

Jesus hat seine "Gegner" nicht als Sünder gebrandmarkt, er hat ihnen weder Strafe noch Verdammnis angedroht, sondern ist ihnen - wie allen Menschen - mit der Macht ewiger Liebe begegnet.

Dass in der frühen christlichen Gemeinde oder in den folgenden Jahrhunderten dem religiösen Judentum Schlechtes nachgesagt, es angeklagt, verurteilt und verdammt wurde, widersprach ganz und gar Jesu Geist. Vom Kreuz aus betete Jesus für die, die ihn zum Tod verurteilten und ans Kreuz schlugen, segnete sie und sprach ihnen Gottes Vergebung zu: "Vater, du vergibst ihnen; denn sie wissen ja noch nicht, was sie tun."

Antisemitismus, Antijudaismus, Judenhass und Judenverfolgung können sich niemals auf Jesus berufen; sie entspringen einzig dem Unverständnis von Menschen nach Jesus.

Dies gilt für alle Zeiten: Wer sich Jesus öffnet und ihm sein Leben anvertraut, wird geheilt von Blindheit und Sprachlosigkeit. Sein heilender Geist öffnet die inneren Augen, damit man lernt, Jesus richtig zu sehen, und befreit die Zunge, damit man lernt, in rechter Weise von ihm zu sprechen, ihn als die Mensch gewordene Liebe Gottes anzubeten, ihm zu danken, zu loben, zu preisen und zu verherrlichen für all das Große und Wunderbare, das er in und für uns wirkt.

Wer Jesus sein Herz öffnet, erfährt ihn im Inneren als den Gott unbedingter Liebe, unendlicher Güte, unerschöpflicher Barmherzigkeit, unbegrenzter Vergebung, grenzenloser Zärtlichkeit, als Fülle der Geborgenheit und als ewigen Frieden.